Ein wesentliches Ziel des Netzwerks ist es, Kirchenreformprozesse zu diskutieren, zu reflektieren und zu konzipieren. Um solche Reformprojekte bekannt zu machen, zu vernetzen und nach bestimmten Kriterien auszuwerten, entwickelte das Netzwerk eine Kirchenreform-Datenbank, die gegenwärtig überarbeitet wird. Sie beinhaltet eine große Bandbreite von Reformprojekten, die von der Gemeindeebene (z.B. „pastorale Räume“ oder innovative Gemeindeaufbauprozesse) über die Regionen bis zur landeskirchlichen Ebene reichen und alle Aspekte des kirchlichen Lebens umfassen. Wesentlich sind dabei folgende Aspekte:

Nach zwei Seiten hin kann die Datenbank sofort praktische Relevanz haben. Zunächst wird es möglich sein, die missionarischen Gemeindeprojekte des AMD auf dem Gebiet der KPS einzugeben und auszuwerten. In einer exemplarischen Analyse (Pilotstudie) wird eine Erstauswertung der Daten durchgeführt werden. Dadurch lassen sich ggf. charakteristische Merkmale der Bewegung im Gebiet der KPS aufzeigen und Hinweise geben für eine Dauerbeobachtung (Monitoring) und Steuerung (Controlling) der Missionsprojekte sowie für eine vertiefte Analyse der Daten im Gesamtkontext der Datenbank („Missions- als Reformprojekte“).
Das Projekt vermag durch seinen induktiven Ansatz einen wichtigen theoretischen wie praktischen Beitrag zum Missionsthema zu leisten. Das Schema, das der Erfassung zugrunde liegt, listet dabei nicht einfach nur die Projektakteure auf, es folgt aber auch nicht den abstrakten Kategorien einer Missionstheologie, sondern identifiziert die Aktanten des Missionsgeschehens. Das Aktantenmodell geht von einem Raster notwendiger Beziehungen aus, diese sind aber über die Eingabemasken als Hypothesen formuliert, mit denen nun quasi automatisch die empirischen Erfahrungen aus den einzelnen Projekten gesammelt und aufbereitet werden. Dies gilt für Erfolgserfahrungen wie für Erfahrungen des Scheiterns gleichermaßen.
Im Einzelnen werden dabei zunächst das Paradigma der Projektinitiatoren (Subjekt: „Missionare“) und das der Projektziele (Objekt: „Mission“) zueinander in Beziehung gesetzt. Daraus ergibt sich bereits eine für die schnelle Vergleichbarkeit wichtige Kurzformel für jedes Projekt. Eine zweite für die Praxis wie für die weiterführende Analyse wichtige Zusammenstellung betrifft einerseits das Paradigma der förderlichen Personen und Umstände (Adjuvanten: „Helfer“), anderseits das Paradigma der hemmenden Personen und Umstände (Opponenten: „Verhinderer“). Die Analyse gibt Anstöße zu weiterführenden Fragen: Wer sind (immer wieder) die aktiven, wer sind die fördernden und hinderlichen Personen (Funktionen, Rollen, Berufe), für welche Gruppen und Institutionen gilt das? Welche praktischen Konsequenzen für Kooperationen lassen sich daraus ableiten?
Einen Ansatz zu einer induktiven Missionstheologie, aber auch den Einstieg in eine vertiefte Analyse bieten das Paradigma der erfragten Begründungen und Motivationen (Adressant: „Auftrag“) und das der Zielgruppe des Missionsprojektes (Adressat: „Missionsfeld“).
Weiter führende Analysen gehen von Ausgangs- und Schluss-Situationen des Missionsgeschehens aus: Wo am Anfang Missionare unter Schwierigkeiten in einem konkreten Feld missionieren, wird sich am Schluss zeigen, dass wirksame Hilfe ein vertieftes Selbstverständnis der Missionare und ein vertieftes Verständnis ihres Auftrags zusammenfügt. Die Kirchenreform-Datenbank kann mittels der dem Schema inhärenten Zeitdimension solche Veränderungen erfassen und Aufschlüsse darüber geben, was sie bedeuten und welche Prozesse gerade in Missionsprojekten in den neuen Bundesländern wirksam sind.
Die Auswertung der Missionsprojekte führt aber schon vorher möglicherweise zur Benennung typischer Phasen, zur Identifizierung von förderlichen bzw. hinderlichen Ereignissen. Hieraus lassen sich für die Missionssituation Konsequenzen ableiten, die „Mittlere Größen“, jedenfalls durch Mittlere Axiome begründbare Werkzeuge und Strategien für erfolgreiche Missionsarbeit sind.
Eine zweite Anschlussmöglichkeit ist die Vernetzung mit der „Angebotslandkarte“ des Wiesbadener Modellprojekts. Damit wird der Auswertungsalgorithmus der Kirchenreform-Datenbank mit der strukturierten Erfassung der Reformprojekte z.B. im Dekanat Wiesbaden verbunden.
Die Kirchenreform-Datenbank befindet sich weiterhin im stetigen Auf- und Ausbau. Erste Informationen waren unter www.sagena.de abrufbar, die erste Version der Datenbank ist aktuell nicht mehr aufrufbar. Die regelmäßige Präsenz des Netzwerks auf dem „Markt der Möglichkeiten“ (2005) bzw. in der „Werkstatt Gemeinde“ bietet den Rahmen, um die Datenbank einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen.

Für die inhaltliche Konzeption ist das „Institut für Wirtschafts- und Sozialethik - IWS“ in Marburg zuständig, die technische Umsetzung der ersten Datenbank erfolgte durch Hilmar Lenz von der h.a.s.e GmbH und wird nun vom IWS Marburg weiter ausgebaut.
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