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Reformprojekt
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Tankstelle
für die Seele. Autobahnkirche Wiesbaden-Medenbach |
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Kurzbeschreibung |
Planung
und Realisierung der Autobahnkirche Wiesbaden-Medenbach |
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Wo? |
Medenbach
(EKHN) |
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Wann? |
1998-2002 |
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I.
Ausgangslage (1991-1995): Leitfragen
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Wer handelt |
Der Unternehmer Alfred
Weigle als Stifter |
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Gegen
Wen Oder Was
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Bedenken von dritter Seite, es gebe
Kirchen genug, das Geld könne besser verwendet werden |
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Mit
Wem oder
was? |
Familie, Präses
der Synode; Landeskirche Ortsvorsteher
Medenbach; Pastor der Gemeinde |
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Was wird |
Stiftung
einer Autobahnkirche |
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Warum
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Dankbarkeit
für gelungenes Leben, Wunsch,
Ort der Stille für Gestresste zu schaffen, etwas für Gesellschaft zu tun
und Kirchen keine Lasten aufzuerlegen |
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Für Wen angestrebt? |
alle
Interessierte und alle, die Ort der Besinnung suchen, unabhängig von
Konfessionen |
Reformepisoden
An eine sofortige Realisierung der 'Idee Autobahnkirche’ habe ich damals [1991] natürlich noch nicht gedacht - eher an später im reifen Rentenalter. Doch nun kam unser Schöpfer ins Spiel, an den ich inzwischen auch fest überzeugt glaube.
Ich war nicht der einzige stressgeplagte Mensch. Der damalige Ortsvorsteher von Medenbach, Paul Schaaf, war nervlich am Ende. Zerschlissen im Streit mit Bürgern, Parteien und Behörden wegen der zu bauenden ICE-Trasse von Köln nach Frankfurt-Flughafen. Er meinte, dass bei solch einem Mammutobjekt auch Platz und Geld für einen Ort der Ruhe und Meditation vorhanden sein müsse. Er warb für sein Anliegen und schrieb an Kirchen, Behörden und andere. Alle begrüßten seine Idee, erklärten aber, dafür leider kein Geld zu haben. Der Zufall, oder besser 'Hilfe von Oben' wurde sein Partner.
An einem Ausflug ins Silvretta-Gebirge nahmen Paul Schaaf und Pfarrer Junge teil. In ca. 2000 m Höhe kamen die beiden ins Gespräch. Paul Schaaf klagte sein Leid und berichtete von seinen vergeblichen Bemühungen zur Finanzierung einer Kapelle. Hier klickte es bei Pfarrer Junge und er erinnerte sich an meinen Gedanken 'Stiftung einer Autobahnkirche’. Er machte uns miteinander bekannt. Herr Schaaf und ich wurden ein Herz und eine Seele in dieser Sache.
Das war vor ca. sieben Jahren, die Geburtsstunde für den Standort Wiesbaden-Medenbach.
Jetzt ging es auf Architektensuche. Die Kirche als Auftraggeber wollte sich nicht festlegen, was ich als freier Unternehmer nicht verstehen konnte. Nach langen Diskussionen - auch wegen der zusätzlichen Kosten - wurde ein offener, räumlich begrenzter Architektenwettbewerb beschlossen. Zugelassen wurden nur die in der Hessischen Architektenkammer eingetragenen Architekten im Rhein-Main-Bereich. Wie viele werden sich beteiligen? Was wird uns offeriert? Die Resonanz war für mich unvorstellbar. Über 60 Architekten reichten ihre Pläne und Modelle ein. Bei der Preisgerichtssitzung standen in langen Reihen die nummerierten Modelle zur Auswahl.
Nachdem wir bis in die Nacht hinein beraten hatten, war man sich einig. Alle favorisierten ein Modell, dem ich alleine – warum auch immer – keine Sympathie abgewinnen konnte. Allein gegen alle? Laie gegen Fachleute? Ich ließ mich, wenn auch widerwillig, von den Preisrichtern überzeugen. Nun gab es ein einstimmiges Ergebnis für den Sieger und mein Wunschmodell wurde vor weiteren interessanten Arbeiten auf Platz 2 gesetzt. Nach Aufhebung der Anonymität durch Öffnen der nummerierten Umschläge gab es lange Gesichter. Der Gewinner kam nicht aus unserer Region und war deshalb für den Wettbewerb nicht zugelassen.
Nach juristischer Prüfung durch Kirche und Architektenkammer wurde das Sieger-Modell vom Wettbewerb ausgeschlossen und mein Favorit – entworfen von Professor Hans Waechter – rückte rechtsverbindlich auf den ersten Platz. Schadenfreude ist mir fremd, aber ich will gerne gestehen glücklich zu sein, dass „mein Modell“ nun doch verwirklicht wurde. Wenn dies kein Wink des Himmels ist!
(aus: Alfred Weigle: Eine Tankstelle für die Seele, in: Wolfgang Nethöfel/ Klaus-Dieter Grundwald (Hrsg.): Kirchenreform jetzt! Projekte. Analysen. Perspektiven; Schenefeld 2005, S.281-288.)